Neue Hände, bewährtes Herz: Die Wirbelwind Service GmbH
Dresdner Pflege-Dienstleister Wirbelwind geht in die nächste Generation
Zum 1. Mai 2026 übernehmen Daniela Mai und René Eichhorn – beide langjährige Stützen des Unternehmens – als Geschäftsführer den Geschäftsbetrieb der bisherigen Agentur Wirbelwind und firmieren künftig als Wirbelwind Service GmbH Dresden.
Aus einer Hand – und aus der Nachbarschaft
Es ist eine Nachfolge, wie man sie sich wünscht: nicht von außen, nicht durch anonyme Investoren, sondern aus den eigenen Reihen. Der Standort in der Tzschimmerstraße 30 in Striesen bleibt erhalten, ebenso das 38-köpfige Team, das Gründerin Cristin Sander stets als „das Gesicht des Unternehmens" bezeichnet hat.
Wer in Dresden einmal versucht hat, Hilfe im Haushalt, Begleitung zu Arztterminen oder eine verlässliche Betreuung für einen pflegebedürftigen Angehörigen zu organisieren, weiß: Das Angebot ist fragmentiert, Wartelisten sind lang, und nicht jeder Dienstleister rechnet mit allen Pflegekassen ab. Wirbelwind hat sich über die Jahre einen Ruf als einer der verlässlichsten Anbieter der Stadt erarbeitet.
Das Leistungsspektrum nach § 45a SGB XI reicht von Wohnungsreinigung, Wäschepflege und Einkaufsservice über Begleitung zu Terminen bis hin zur Einzelbetreuung von Menschen mit Pflegegrad – alles abrechenbar über sämtliche gesetzliche Pflegekassen.
„Auch wenn es um Krankheits- und Urlaubsvertretungen geht, finden Frau Mai und Herr Eichhorn immer eine Lösung." — Kundin aus Dresden
Dresden steht vor einem Pflege-Jahrzehnt
Der Zeitpunkt der Übernahme könnte kaum treffender sein. Die Pflegestatistik des Statistischen Landesamts Sachsen weist für Dezember 2023 im Freistaat 363.243 pflegebedürftige Menschen aus – ein Plus von 16,9 Prozent gegenüber 2021. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen mehr als verdoppelt. Neun von zehn werden zu Hause betreut, in absoluten Zahlen rund 314.000 Menschen.
Für Dresden bedeutet das nach Hochrechnungen einen Bestand von geschätzt 45.000 bis 50.000 Menschen mit anerkanntem Pflegegrad. Und es wird mehr: Der Sächsische Sozialbericht prognostiziert für die Landeshauptstadt bis 2030 einen Anstieg der Pflegebedürftigen um 24,5 Prozent gegenüber 2015 – bei den ambulant Versorgten sogar um 30,7 Prozent. Die Bertelsmann Stiftung warnt vor einer Lücke von fast 500.000 fehlenden Vollzeitkräften in der Pflege bundesweit.
Kurz gesagt: Die Nachfrage nach genau den Leistungen, die Wirbelwind erbringt, wird in den kommenden Jahren dramatisch wachsen. Die neue Geschäftsführung übernimmt kein krisenanfälliges Unternehmen – sie übernimmt eine gesellschaftliche Schlüsselaufgabe.
Die stille Not: Wer kennt seine Ansprüche?
Hinter den offiziellen Zahlen verbirgt sich eine erhebliche Dunkelziffer: Viele Menschen hätten Anspruch auf mindestens Pflegegrad 1 – stellen aber nie einen Antrag. Eine aktuelle Studie des Kuratoriums Deutsche Altershilfe zeigt: Bei der Sozialleistung „Hilfe zur Pflege" erhalten nur etwa 20 Prozent der Berechtigten die ihnen zustehende Unterstützung.
Besonders brisant: 73 Prozent der Pflegebedürftigen kennen zwar den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI – aber nur 40 Prozent nutzen ihn tatsächlich. Dabei steht seit Januar 2025 jedem Menschen mit Pflegegrad monatlich ein Entlastungsbetrag von 131 Euro zu. Nicht verbrauchte Summen lassen sich bis ins erste Halbjahr des Folgejahres übertragen.
Rechnet man das hoch: Pro Pflegebedürftigem, der den Entlastungsbetrag nicht abruft, verfallen bis zu 1.572 Euro pro Jahr – Geld, das längst eingezahlt ist, das für reale Hilfe im Alltag vorgesehen ist und das einfach liegen bleibt.
Das neue Entlastungsbudget 2025: Eine stille Revolution
Zum 1. Juli 2025 ist das neue Entlastungsbudget in Kraft getreten. Pflegende Angehörige können seither bis zu 3.539 Euro jährlich flexibel für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege einsetzen – ein erheblicher Sprung gegenüber der alten Regelung. Für Familien, die einen Angehörigen zu Hause betreuen und Pflegegeld beziehen, öffnet das Türen, die vorher verschlossen waren: ein paar Tage Urlaub, eine planbare Auszeit, professionelle Unterstützung in Krisenphasen – ohne dass der Pflegegeld-Anspruch verfällt.
Hier setzt der Alltag der neuen Wirbelwind Service GmbH an: nicht nur Dienste erbringen, sondern auch aufklären.
„Wir merken täglich: Die größte Hürde ist oft nicht das Geld – es ist das Wissen, welche Ansprüche bestehen."
Übergabe in gute Hände
Die Eigenanteile für stationäre Pflege sind in Sachsen 2025 weiter gestiegen – im ersten Jahr des Heimaufenthalts auf durchschnittlich 2.720 Euro monatlich (Vorjahr: 2.489 Euro). Das verstärkt den Wunsch nach häuslicher Versorgung zusätzlich und zeigt: Daniela Mai und René Eichhorn treten nicht in eine Nische ein, sondern in eines der Wachstumsfelder der sächsischen Wirtschaft.
Sie tun das mit einem Vorteil, den kein Großkonzern replizieren kann: Sie kennen jede der 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich. In einem Markt, in dem qualifiziertes Personal das knappste Gut ist, entscheidet genau das über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.
Cristin Sander übergibt in Hände, die das Unternehmen längst mitgetragen haben. Dresden bekommt, was es in den kommenden Jahren dringend brauchen wird: einen verlässlichen, menschlichen und professionellen Dienstleister für Hauswirtschaft und Alltagsunterstützung – jetzt unter neuer Führung, aber mit bewährtem Herz.
Kundenfeedback Firmenübergabe
„Es ist natürlich sehr schade, dass Sie die Leitung abgeben. Umso mehr freut es mich jedoch, dass uns mit den gewohnten Ansprechpartnern vertraute Personen erhalten bleiben, mit denen wir bereits sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Für Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen von Herzen viel Erfolg, Kraft und natürlich auch Freude. Ich freue mich sehr darauf, die Geschäftsbeziehungen weiterhin aufrechtzuerhalten und den gewohnt kompetenten Service auch künftig in Anspruch zu nehmen.“
Holger K.
„Deshalb möchten wir hiermit der Frau Mai und dem Herrn Eichhorn herzlich danken, dass Sie den Mut haben, in den schwierigen Zeiten das Unternehmen zu übernehmen und weiterhin - sozusagen reibungslos - für uns da sind. Wir wünschen Frau Mai und Herrn Eichhorn ein glückliches Händchen mit den Mitarbeitern und gute, erfolgreiche Geschäfte.“
Wilfred H.